Solr Summit 2011 Frankfurt

9. März 2011

In Februar organisierten Lucid Imagination und Partner die 1. deutschen Solr Summits (23.2. München, 24.2. Frankfurt). Die Veranstaltung in Frankfurt wurden gut besucht mit ungefähr 40 Teilnehmer. Insgesamt ergab sich ein komplettes Bild über den Stand der Dinge in Suchtechnologien. Natürlich wurde viel über Lucene und Solr geredet. Aber es war gut zu sehen dass auch andere (kommerzielle) Suchlösungen genannt wurden. Was mir insbesondere gefallen hat, waren die Erfahrungen aus der Praxis. Wie erwarten waren die Themen technisch geprägt.

Es gab Vorträge von Marc Krellenstein (Lucid Imagination), Thomas Kwiatkowski + Oliver Schönherr (Immobilien Scout) und Olaf Zschiederich (Ebay Kleinanzeigen).

Marc Krellenstein ist Mitgründer bei Lucid Imagination und hielt gleich 2 Vorträge. Im ersten Vortrag erzählte er über Trends in Enterprise Search. Dabei würde die Entstehungsgeschichte der Volltextsuche geschildert und wie sich Technologien entwickelt haben. Insbesondere Google wurde beleuchtet, weil sie die Suche popularisiert haben und der heutige, de-facto Standard ist für die Websuche. Diskutiert wurde was die Best Practices für eine Suche sein sollten. Lucene/Solr und andere Open Source und kommerzielle Suchlösungen wurden verglichen. Wichtig ist zu unterschieden zwischen Anforderungen für die Suche im Web und in Unternehmen. Im Web sucht man eher allgemein nach Informationen. In Unternehmen dagegen müssen oft bestimmte Dokumente gefunden werden. Interessant war zu hören dass der Trend bei kommerziellen Anbietern ist sich zu spezialisieren auf bestimmte Fachbereiche wie zum Bespiele Recht (Recommind), Microsoft Sharepoint (Fast), E-Commerce (Endeca) oder Helpdesk-Funktionen (InQuira).

Im 2. Vortrag erzählte Marc Krellenstein mehr über Lucid Imagination und Lucid Works Enterprise (LWE). Im Vordergrund standen die Unterschiede zu Lucene/Solr. LWE ist eine vollständig getestete Suite auf Basis von Solr. Es bietet extra Werkzeuge für Systempflege und -Auswertungen. Auch werden extra Erweiterungen geboten für zum Beispiel Textanalysen, die teils kommerziell sind. Neue Entwicklungen sollen in die Open Source Projekte Lucene und Solr zurückfließen. Leider ist LWE für mittelständische Unternehmen einfach zu teuer als Alternative zu Solr.

Thomas Kwiatkowski und Oliver Schönherr zeigten wie Apache Solr bei Immobilien Scout eingeführt wurde und konzentrierten sich insbesondere auf dem Implementationsprozess. Interessant war das eine hybride Lösung entstanden ist. Die freie Textsuche wird durch Solr ausgeführt und kombiniert mit dem existierenden Suchsystem. Die Website benutzte vorher ein eigenes entwickelte System dass auf strukturierte Daten ausgelegt ist. Der Wunsch war auch mit freien Text suchen zu können. Mehreren Suchlösungen wurden evaluiert. Die Wahl viel unter anderem auf Solr weil es ein offenes System ist, dass sich flexibel im existierenden System einbinden lässt. Auch waren schon Java-Kenntnisse im Unternehmen vorhanden. Gezeigt wurde vor allem wie man mit einem iterativen Prozess in kleinen Schritten ein System erweitern kann. Damit werden im Vergleich zu einer kompletten Neuentwicklung größere Risikos vermieden.

Olaf Zschiederich schilderte vor allem ein Erfahrungsbericht über wie innerhalb von 4 Monaten in 2009 die Website für Ebay Kleinanzeigen entwickelt wurde und welche Rolle Apache Solr spielte. Ihm ist wichtig Vendor Lock-in zu vermeiden und deshalb wird bevorzugt Open Source Software eingesetzt. Da Solr gut dokumentiert ist, konnten schnell gute Resultate erzielt werden und gut mit andere Technologien kombiniert werden. Zum Beispiel werden die Suchvorschläge mit Varnish gecacht. Um die Umsetzung zu vereinfachen wurde ein Query Builder gebaut. Entwickler können damit nur die benötigten Daten aufrufen und brauchen nicht die komplette Query Language zu erlernen. Mit der ersten Erfahrung wurde auch klar dass Solr mehr Möglichkeiten bieten um die Suche zu verbessern. Zum Beispiel wird eine Erweiterung mit Geografische Suche und Real-time Suche gearbeitet. Auch wurde klar das manche Features wie Stoppwörter nicht eingesetz werden sollte, weil diese auch relevant sein können. Nach den ersten positiven Erfahrungen sollen in Zukunft auch in anderen Bereichen, außerhalb der reinen Websuche, Anwendungen realisiert werden.

Einige mir bekannten Gesichter waren auch anwesend und wir konnten mal wieder unsere Erfahrungen austauschen. Die Veranstaltung hat gezeigt das in Frankfurt Interesse besteht für Suchtechnologien. Daher haben Stefan Antoni und ich die Initiative ergriffen um das 1. Search Meetup Frankfurt am 12. April 2011 zu organisieren. Wer gerne mehr über Suchtechnologien diskutieren will, ist herzlich eingeladen teilzunehmen.

Die Folien zu den Vorträgen sind zu finden auf der Meetups Webseite von Lucid Imagination.

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