Mit Suchvorschlägen schneller zum Ziel

17. Februar 2011

Es war einmal eine Suchbox die deine Schlagwörter entgegennahm und auf Befehl viele, relevante Webseiten fand. Da kam eine Maschine und wusste, schon während der Eingabe, was du suchen wolltest. Der Suchvorschlag war geboren.

Ich weiß nicht ob Google die ersten waren, aber das Patent haben sie auf jedem Fall. Website-Besucher sind inzwischen so daran gewöhnt, dass eine Suche ohne Vorschläge nicht mehr zeitgemäß scheint. Wobei Google selbst die wildesten Sachen noch findet.

Google asdf

Die Grundidee ist zu helfen beim finden von geeigneten Schlagwörtern. Technisch gesehen ist es ein extra Schritt im Suchprozess. Aber es funktioniert, weil es während der Eingabe ausgeführt wird und deshalb nicht so wahrgenommen wird. Und es kann ignoriert werden, wenn man das möchte. Technologie mal richtig eingesetzt.

Suchvorschläge oder Autovervollständigung, Autocomplete, Autosuggest, Autokorrektur und wie es sonst noch genannt wird, gibt es in vielerlei Sorten. Das Ziel ist entweder Fehler zu vermeiden (Autocomplete) oder gute (alternative) Wörter vorzuschlagen (Autosuggest). Damit sollen nur relevante Seiten gefunden werden und die Suche nie ins Leere laufen.

Und die Ideen werden ständig weiterentwickelt. Amazon zeigt zum Beispiel neben Schlagwörter, auch Kategorien, damit man diese direkt auswählen kann.

Suchvorschläge auf amazon.de

Die Musik-Website last.fm teilt die Vorschläge auf in Künstler und Alben. Neben Namen oder Titel wird auch ein Foto gezeigt um den Wiedererkennungswert (uhmm… ist ja ein sehr deutsches Wort) zu steigern.

Suchvorschläge auf last.fm

Typisch Beispiele die versuchen Fehleingaben zu vermeiden sind Reise-Websites wie die Bahn. Leider sind die Vorschläge hier wenig konsistent. Frankfurt am Main, FRANKFURT(MAIN), Frankfurt (Main), Frankfurt (M) ist, glaube ich, die gleiche Stadt. Und mit Hbf und Hauptbahnhof wird doch auch das Gleiche gemeint. Und die Reihenfolge scheint mal Stadt – Bahnhof und mal Bahnhof – Stadt zu sein. Oder gilt das nur für Berlin?

Suchvorschläge auf bahn.de (Deutsche Bahn)

Da ist es bei der Lufthansa schon wesentlich angenehmer. Konsistent gegliedert und das eingegebene fett markiert, damit man versteht warum es ausgewählt wurde.

Autosuggest auf lufthansa.com

Alternativ kann auch eine redaktionelle Auswahl gezeigt werden (auch bekannt als „Best Bets“), wie bei Apple. Nur die wichtigsten Seiten werden vorgeschlagen.

Suchvorschläge auf apple.com

Aber „Best Bets“ haben einen begrenzten Mehrwert. Zum Beispiel kennt die Apple Kurzsuche kein „java“. Obwohl es im Betriebssystem mitgeliefert wird und es sogar eine dedizierte URL gibt. Oder soll die Kurzsuche nur den Konsum anregen?

Apple Kurzsuche kennt kein Java

Ganz anders macht es Tetesept. Hier werden die relevanten Kategorien angezeigt (mit der Anzahl der Resultate).

Suchvorschläge auf tetesept.de

Wie man sieht gibt es viele Möglichkeiten Suchvorschläge zu gestalten. Und wer jetzt auf dem Geschmack gekommen ist, für den gibt es hier noch einige Lesetips:

2 Antworten zu “Mit Suchvorschlägen schneller zum Ziel”

  1. Apple’s „Produktsuche“ ist aus meiner Sicht wirklich nur eine Marketing-Maßnahme und keine echte Suche im herkömmlichen Sinn. Apple ist sogar richtig schlecht, wenn es um die Suche auf ihren öffentlichen Plattformen geht. Während die Desktop-Suche Spotlight noch brauchbar funktioniert und mit dem relativ kleinen Datenbestand eines einzelnen Nutzers arbeitet, für den die eigenen Daten natürlich automatisch auch eine hohe Relevanz haben, spiegeln sich Apple’s Probleme mit Suche und Suche-getriebener UX am stärksten in iTunes und dem Appstore auf den diversen MacOSX- und iOS-Plattformen wider. Dort hat man zwar die Möglichkeit über die Navigation Produkte zu finden von denen man ausgeht, dass es sie auch tatsächlich im Store gibt (Taschenrechner, Kalender, etc.), aber stöbern kann man mit diesem Werkzeug nicht. Das hängt unter anderem wahrscheinlich an mangelnder Pflege der Synonyme und nur sehr eingeschränkten Navigatoren. Sicher hängt es auch mit den durchsuchbaren Feldern der Produktdetailseiten und dem, was die Autoren der Apps dort schreiben zusammen. Darüber hinaus ist es aber auch kein Geheimnis, dass diese virtuellen Stores sehr Top-10 lastig sind und normale Nutzer sich mangels Zeit (und sicher auch aus Bequemlichkeit) mit dem Angebot auf den Startseiten zufrieden geben und vielleicht selten dazu bereit sind eine längere Zeit damit zu verbringen nach Apps zu recherchieren. Sie sind außerdem aus dem Web gewohnt, dass interessante und relevante Inhalte innerhalb kürzester Zeit in einer hoch individualisierten SERP bereitgestellt werden und übersehen dabei, dass die Suchfunktionen dieser Applikationen das schlicht und einfach (noch) nicht leisten können. Oder nicht leisten sollen?

    Google’s „Market“ für die Android-Plattform macht das übrigens nicht besser. Hier liegt noch viel Potential für die Zukunft.